Impressionen 2019

Auszüge aus der Zusammenfassung von Gerhard Schmidt, rechnungsaustausch.org
Den vollständigen Artikel finden Sie hier

E-Rechnungs-Gipfel 2019: Öffentliche Verwaltung nach wie vor Treiber des
elektronischen Rechnungsaustauschs


Von Gerhard Schmidt, 25.06.2019 „Das Spiel ist schneller geworden.“ Mit diesen Worten eröffnete Stefan Groß, Vorstandsvorsitzender des Verbands elektronische Rechnung (VeR) den E-Rechnungs-Gipfel 2019. Der VeR war wie in den Jahren zuvor neben dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und dem Kongressorganisator Vereon Veranstalter der Tagung, die in diesem Jahr am 3. und 4. Juni in Bonn stattfand. Das Spiel ist nicht nur schneller, auch das (nationale) Spielfeld ist größer geworden: immer mehr Spieler tummeln sich dort, immer mehr auch durchtrainierte Athleten, an denen sich die immer zahlreicheren Anfänger orientieren können. Setzen wir uns auf die Tribüne und schauen für zwei Tage dem Spiel zu.

Von der Rechnung weiter zur Beschaffung / Supply Chain
Wurde beim E-Rechnungs-Gipfel 2018 noch von Projektkonzepten und laufenden Projekten berichtet, konnten in diesem Jahr Ergebnisse und bereits produktive Verfahren vorgestellt werden. Der Bund ist mit seiner ZRE längst am Start. Aus Bremen (Rainer Heldt, Die Senatorin für Finanzen Freie Hansestadt Bremen) und Hamburg (Henning Mahncke, Finanzbehörde Hamburg) wurde ähnliches berichtet. Auch Berlin konnte ein erfolgreiches E-Rechnungsprojekt präsentieren (Josephine Bernickel, Senatsverwaltung für Finanzen Berlin). Sind die Voraussetzungen für den Empfang und die Verarbeitung elektronischer Rechnungen geschaffen, dann kommt sofort der Wunsch nach mehr Digitalisierung in den Verwaltungs- und Geschäftsprozessen: weiter in die Beschaffung bzw. Supply Chain. Denn liegt eine Bestellung in strukturierten, zur Rechnung kompatiblen Daten vor, können Bestellung und Rechnung weitgehende automatisiert gegeneinander geprüft werden. Für Sören Bergner (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) ein ganz entscheidender nächster Schritt.

E-Rechnung in der Wirtschaft
Gibt es in der Wirtschaft ähnlich große Fortschritte bei der Umsetzung der E-Rechnung wie in der Verwaltung? In der Wirtschaft ist die Situation schwieriger, insbesondere im Hinblick auf den Mittelstand. Hier mangelt es noch an Informationen und Wissen. So die Erkenntnis von Nils Britze (Bitkom) und Stephan Greulich (Datev). Nicht die Technik, sondern die organisatorischen Prozesse sind hier die Hürden bei der Einführung von digitalen Geschäftsprozessen. Nachnutzungsszenarien wie in der Verwaltung fehlen hier. Hier ist das Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) gefordert, das sich dieser Herausforderungen zukünftig auch annehmen will.

Fazit
Viel Spannendes war während der zwei Tage von der Tribüne aus zu sehen. Genauso spannend wie die Eindrücke von den Entwicklungen beim elektronischen Rechnungsaustausch im vergangenen Jahr sind die Fragen, die sich daraus für den E-Rechnungs-Gipfel 2020 abzeichnen: Können auch alle kleinen öffentlichen Einrichtungen E-Rechnungen empfangen und idealerweise automatisiert verarbeiten? Wie weit sind wir auf dem Weg von der Rechnung zur Beschaffung / Supply Chain? Kommt der Austausch strukturierter Rechnungsdaten endlich auch in der Wirtschaft in die Breite? Welchen Schwung hat die Implementierung der europäischen Rechnungsnorm und ihrer Ausprägungen XRechnung und Zugferd durch die Softwarehersteller bekommen? Werden die steuerlichen Anforderungen an Rechnungen auch bei uns Richtung Clearance verschärft? Eines ist beim E-Rechnungs-Gipfel 2020 bereits sicher: Das Spiel ist dann noch schneller geworden.